Running

Zegama 2026: Tove Alexandersson siegt erneut

Tove Alexandersson gewinnt 2026 erneut den Zegama-Aizkorri Marathon und zementiert ihre Stellung als dominante Kraft im Trailrunning.

Blonde female trail runner surging up a steep, rain-slicked ridgeline at Zegama with cheering Basque spectators lining the mountain path.

Ein Sieg, der keine Überraschung mehr ist

Tove Alexandersson hat es wieder getan. Beim Zegama-Aizkorri Marathon 2026 überquerte die schwedische Ausnahmeathletin erneut als Erste die Ziellinie. Ein Ergebnis, das auf dem Papier vielleicht nicht mehr schockiert. Aber eines, das bei genauerem Hinschauen noch beeindruckender wirkt als alle Male zuvor.

Zegama ist kein gewöhnliches Rennen. Die Strecke im Baskenland zählt zu den härtesten und technischsten im gesamten Trailrunning-Kalender. Steile Anstiege, rutschige Felsen, schmale Pfade. Wer hier gewinnt, hat nicht nur Ausdauer. Der braucht auch Mut, Technik und eine besondere Fähigkeit, den eigenen Körper über Stunden im roten Bereich zu kontrollieren.

Alexandersson beherrscht all das auf einem Niveau, das aktuell keine andere Läuferin im Feld erreicht. Ihr Sieg 2026 ist kein Ausreißer. Er ist Teil eines Musters, das die Frauenkonkurrenz bei Zegama seit mehreren Jahren dominiert.

Was Zegama so brutal macht

Die Zegama-Aizkorri Marathon ist seit Jahrzehnten ein Fixpunkt im Skyrunning- und Trailrunning-Kalender. Rund 42 Kilometer, über 2.800 Höhenmeter. Klingt nach einem klassischen Marathonformat. Ist es aber nicht. Die Strecke fordert technisches Können auf einem Level, das viele Straßenläufer schlicht überfordert.

Besonders die Abschnitte rund um den Aizkorri und den Aratz verlangen absolute Konzentration. Ein falscher Tritt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit. und das Rennen ist vorbei. Hinzu kommt das Wetter im Baskenland, das sich schnell ändern kann und die Bedingungen auf den Felsen noch unberechenbarer macht.

Wiederholungssiege bei Zegama sind deshalb außergewöhnlich selten. Das Rennen hat eine lange Geschichte und trotzdem lassen sich die Namen, die mehrfach ganz oben standen, an einer Hand abzählen. Alexandersson hat diese Statistik inzwischen für sich umgeschrieben. Jeder weitere Sieg macht ihre Dominanz deutlicher.

Was ihre Dominanz wirklich bedeutet

Wenn eine Athletin ein Rennen dieser Schwierigkeit mehrfach gewinnt, stellt sich irgendwann eine bestimmte Frage. Liegt es an der Konkurrenz. oder liegt es an ihr? Bei Alexandersson ist die Antwort eindeutig. Sie ist schlicht auf einem anderen Niveau.

Ihr Trainingsansatz ist bekannt für seine Vielseitigkeit. Alexandersson ist nicht nur eine Trailrunnerin. Sie ist auch Weltklasse-Orientierungsläuferin, was ihre technischen Fähigkeiten und ihre Fähigkeit zur Geländewahrnehmung auf ein ungewöhnliches Niveau hebt. Diese Kombination aus Ausdauer, Kartenlesen und instinktiver Bewegung im Gelände ist schwer zu kopieren.

Was das für den Sport bedeutet, ist zweischneidig. Einerseits inspiriert ihre Dominanz. Sie zeigt, was möglich ist, wenn Technik, Trainingsbreite und Wettkampfintelligenz zusammenkommen. Andererseits wirft sie eine ehrliche Frage auf. Gibt es im Frauenfeld gerade überhaupt jemanden, der ihr ernsthaft gefährlich werden kann? Einen ähnlichen Dominanzmoment erlebten Fans zuletzt beim Chianti Ultra Trail, wo Courtney Dauwalter einen 4-Minuten-Rückstand in den letzten Kilometern noch drehte.

  • Technisches Terrain: Alexandersson läuft bergab schneller und sicherer als fast alle anderen. Das spart Zeit genau dort, wo andere Energie verlieren.
  • Pacing-Intelligenz: Sie verbrennt sich nicht früh. Ihr Rennen ist oft ein kontrolliertes Aufdrehen, nicht ein frühes Alles-oder-Nichts.
  • Mentale Stärke: Mehrfachsieger in schweren Rennen berichten oft davon, dass das Wissen um frühere Siege beruhigt. Alexandersson nutzt diesen Heimvorteil im Kopf.
  • Disziplinübergreifendes Training: Orientierungslauf schult die Reaktionsfähigkeit und die Geländewahrnehmung. Das zahlt sich bei technischen Trails direkt aus.

Was 2027 bringen könnte und was du für dein eigenes Training mitnimmst

Die große Frage, die nach dem Ziegama 2026 bleibt, ist natürlich die nächste Saison. Wird jemand Alexandersson herausfordern? Es gibt Athletinnen, die technisch stärker werden. Einige Namen aus dem europäischen Trailrunning-Feld haben zuletzt aufhorchen lassen. Aber ein echter Rückstand bleibt.

Um konkurrenzfähig zu werden, müsste eine Herausforderin vor allem die Abfahrten schließen. Das ist der Bereich, in dem Alexandersson am meisten Zeit herausläuft. Bergauf sind die Abstände kleiner. Bergab entscheidet sie Rennen. Wer 2027 eine realistische Chance haben will, muss diesen Teil der Vorbereitung radikal aufwerten.

Für dich als Läuferin oder Läufer, der Zegama vielleicht nie bestreiten wird, steckt in Alexanderssons Ansatz trotzdem etwas sehr Praktisches. Nämlich die Idee, dass technisches Training keine Zusatzoption ist. Es ist ein zentraler Baustein. Wer nur Kilometer sammelt, ohne die Qualität der Bewegung zu trainieren, hinterlässt Potenzial auf der Strecke.

Drei konkrete Dinge, die du aus ihrem Ansatz ziehen kannst:

  • Abfahrtstraining ernst nehmen: Plane gezielt Downhill-Einheiten ein. Nicht als Erholung nach dem Anstieg, sondern als eigenständige Trainingseinheit mit Fokus auf Fußeinsatz und Körperhaltung.
  • Disziplinübergreifend denken: Orientierungslauf, Klettern oder Mountainbiking können deine Geländewahrnehmung schärfen. Monodisziplin hat Grenzen.
  • Pacing lernen: Analysiere deine Rennen und Trainingsläufe. Wo verlierst du Zeit. weil du zu früh zu viel gibst? Konstantes Aufdrehen ist effizienter als frühes Sprinten.

Tove Alexandersson hat Zegama 2026 nicht einfach gewonnen. Sie hat das Rennen auf ihre Art neu definiert. Ob das Feld sie bis 2027 einholen kann, bleibt offen. Aber was sie über modernes Trailrunning lehrt, gilt für jeden. unabhängig vom Leistungsniveau. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in den aktuellen Daten zu Trailrunning-Verletzungen und Prävention wertvolle Hinweise, wie man langfristig gesund und leistungsfähig bleibt.