Seward, Alaska, 4. Juli: Amerikas steilstes Rennen
Das Mount Marathon Race gehört zu den härtesten und bekanntesten Rennen der USA. Am 4. Juli 2026 starteten mehr als 900 Läuferinnen und Läufer in Seward, Alaska, um die 921 Höhenmeter des Mount Marathon rauf- und wieder runterzulaufen. Kein markierter Trail, sondern ein fast senkrechter Hang. Manche Abschnitte erreichen 70 % Steigung.
Tyler Norris gewann die offene Männerklasse in 43:08. Allie Rhodes dominierte die offene Frauenklasse in 49:55. Bei einem Rennen, bei dem Stürze und Rutscher zum normalen Streckenverlauf gehören, sind das Zeiten auf absolutem Top-Niveau.
Ein Rennen seit 1915
Das Mount Marathon Race entstand 1915 aus einer Wette unter Einwohnern von Seward: Wer schafft es am schnellsten auf den Berg und wieder runter? Mehr als ein Jahrhundert später zieht es Spezialistinnen und Spezialisten aus dem ganzen Land an und gilt als eines der meisterwarteten Events im US-Trail-Kalender. Das Format hat sich kaum verändert: Start in der Innenstadt von Seward, direkt den Berg hoch, wieder runter. Alles am 4. Juli. Die Zuschauermenge unten am Hang ist längst ein Stück lokale Tradition.
Was dieses Rennen einzigartig macht
Das Besondere am Mount Marathon ist das Fehlen eines markierten Trails. Jede Läuferin, jeder Läufer wählt die eigene Linie über einen Hang aus Fels, Gras und Frühsaison-Schnee. Stürze sind häufig. Vor allem beim Abstieg, wo manche absichtlich über Schneefelder rutschen, um Zeit zu gewinnen. Es ist eines der wenigen Rennen, bei dem die Abstiegsstrategie genauso viel zählt wie die Fitness am Aufstieg.
Das Rennen ist offen für alle: Amateure starten Seite an Seite mit den Elites. Neben Norris und Rhodes gehen hunderte lokale Läuferinnen und Läufer aus Alaska an den Start. Mehrere Alters- und Geschlechtskategorien absolvieren dieselbe Strecke, und jedes Ergebnis hat seinen eigenen Stellenwert in der lokalen Community. Wer sich für ähnlich kompromisslose hochalpine Herausforderungen im Ultrabereich interessiert, findet beim Hardrock 100 ein verwandtes Faszinosum.
Ein voller Laufkalender am 4. Juli
Das Mount Marathon Race fand am selben Tag statt wie das Peachtree Road Race in Atlanta. Zwei Rennen an entgegengesetzten Enden des Format-Spektrums: ein städtischer 10-km-Straßenlauf versus ein Berggipfellauf. Beide spiegeln, wie tief der amerikanische Laufsport mit dem 4. Juli verwurzelt ist. Zusammen waren an diesem Tag über 50.000 Läuferinnen und Läufer auf der Strecke — ein Zeichen dafür, wie stark Trail Running und Laufsport insgesamt wachsen.