Running

Maud Combarieu gewinnt Marathon de Canfranc 2026

Maud Combarieu gewinnt den Marathon de Canfranc 2026 und etabliert sich als eine der stärksten Trail-Läuferinnen Europas.

Female trail runner mid-stride uphill on a rocky Pyrenean mountain path, legs dusted with mud, in warm golden light.

Ein Sieg, der aufhorchen lässt

Maud Combarieu hat beim Marathon de Canfranc 2026 die Gesamtwertung der Frauen gewonnen und damit eines der anspruchsvollsten Bergrennen der Pyrenäen für sich entschieden. Die Französin überquerte die Ziellinie mit einem deutlichen Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen und lieferte dabei eine Leistung ab, die in der europäischen Trail-Szene für viel Gesprächsstoff sorgt.

Canfranc ist kein Rennen, das einem Geschenke macht. Der Kurs verläuft durch die spanischen Pyrenäen, fordert extreme Höhenmeter und technische Passagen, die selbst erfahrenen Läuferinnen alles abverlangen. Wer hier gewinnt, gewinnt es sich hart.

Combarieu zeigte von Beginn an, dass sie es ernst meint. Sie setzte früh ein hohes Tempo, ließ sich von den steilen Aufstiegen nicht beeindrucken und lief im Abstieg so sicher wie auf flachem Asphalt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit in genau solchem Gelände.

Was den Canfranc so besonders macht

Der Marathon de Canfranc gilt in der iberischen Trail-Welt als Klassikevent. Die Route führt durch das Hecho-Tal und hinauf in Lagen, wo die Luft dünner wird und die Wege schmaler. Mit einem Gesamtanstieg, der je nach Streckenführung deutlich über 2.000 Höhenmeter liegt, gehört das Rennen zu den körperlich und mental forderndsten seiner Kategorie.

Besonders die technischen Sektionen im mittleren Streckenteil sind berüchtigt. Schmale Pfade über loses Gestein, steile Querungen und kaum Raum für Fehler. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, und genau hier hat Combarieu den Unterschied gemacht.

Hinzu kommt die Höhenlage. Wer nicht akklimatisiert ist oder die Strecke unterschätzt, bekommt das schnell zu spüren. Das Feld 2026 war stark besetzt, mit Läuferinnen aus Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz. Umso bemerkenswerter, dass Combarieu am Ende so souverän oben stand.

Maud Combarieu und eine Saison in voller Fahrt

Der Sieg in Canfranc ist kein Einzelereignis. Er fügt sich ein in eine 2026er-Saison, die für Combarieu von Anfang an unter einem guten Stern stand. Bereits im Frühjahr hatte sie bei internationalen Rennen auf sich aufmerksam gemacht und gezeigt, dass sie auf dem Weg ist, mehr als nur eine Geheimtipp-Empfehlung zu sein.

Ihre Stärken liegen auf der Hand:

  • Technische Sicherheit im Abstieg, die sie auch bei nassem oder losem Untergrund schnell bleiben lässt
  • Gleichmäßige Krafteinteilung über lange Distanzen, ohne in der zweiten Hälfte einzubrechen
  • Mentale Stabilität in Momenten, wo andere das Tempo drosseln oder Fehler machen
  • Erfahrung im Hochgebirge, die sich durch viele Kilometer in den Alpen und Pyrenäen aufgebaut hat

All das macht sie zu einer Läuferin, die man in den kommenden Monaten im Blick behalten sollte. Die Herbstsaison im europäischen Trailrunning und Ultra-Running ist lang und bietet noch viele Bühnen, auf denen sie auftreten könnte.

Frankreich vorne, Europa schaut zu

Der Sieg von Combarieu steht nicht allein. Er ist Teil einer deutlich erkennbaren Entwicklung im französischen Frauen-Trailrunning. In den letzten Jahren hat Frankreich eine bemerkenswerte Dichte an Spitzenläuferinnen hervorgebracht, die bei hochkarätigen internationalen Rennen regelmäßig in der Spitzengruppe auftauchen.

2026 setzt diesen Trend fort. Ob bei Rennen in den Alpen, den Pyrenäen oder auf der iberischen Halbinsel. Französische Athletinnen sind präsent, gut vorbereitet und häufig ganz vorne dabei. Das ist kein Zufall, sondern spiegelt eine starke Trainingsinfrastruktur, professionelle Betreuung und ein wachsendes Wettkampfsystem innerhalb Frankreichs wider.

Für Combarieu bedeutet das auch: Sie läuft nicht in einem Vakuum. Sie ist Teil einer Bewegung, die den Frauenbereich im europäischen Trailrunning gerade neu definiert – ähnlich wie Frauen 2026 die Marathongeschichte neu schreiben. Und mit diesem Sieg in Canfranc hat sie ihren Platz darin klar markiert.

Was bleibt, ist die Frage nach dem Herbst. Welche Rennen nimmt sie als Nächstes ins Visier. Wie weit trägt diese Formkurve. Wer die letzten Monate verfolgt hat, dürfte kaum überrascht sein, wenn ihr Name bald wieder ganz oben auf einem Ergebnisbogen steht.